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Städte und Orte

Hollfeld

Hollfeld, rund 5.000 Einwohner, ist so etwas wie das heimliche Zentrum der nördlichen Fränkischen Schweiz. Die Kleinstadt liegt dort, wo die Wiesent noch ein junger Fluss ist und sich Kainach und Kaiserbach in stillen Tälern treffen. Wer durch das fast vollständig erhaltene Altstädtchen mit seinen Türmen, Toren und schmalen Gassen schlendert, spürt schnell, dass hier die Zeit ein wenig langsamer vergeht als anderswo.

🏰 Sehenswürdigkeiten

  • Gangolfsturm – Das Wahrzeichen der Stadt thront weithin sichtbar über den Dächern. Der rund 28 m hohe Wehrturm wird im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt, diente lange als Wächterturm und Türmerwohnung und ist heute das Kunst- und Kulturzentrum Hollfelds mit wechselnden Ausstellungen und Aufführungen. Um den Turm rankt sich die Sage vom „Irrglöckchen“, dessen Läuten einst drei im Wald verirrten Schwestern den Heimweg gewiesen haben soll.
  • Oberes Tor & Bergschustertor – Zwei erhaltene Stadttore aus der Zeit um 1300. Durch das kleine Bergschustertor gelangt man hinaus an die östliche Stadtmauer – und damit zum Kussweg.
  • Marienplatz – Der zentrale Platz liegt auf den Resten einer früheren Burganlage; hier stehen das Rathaus und das historische Wittauerhaus.
  • Terrassengärten Katzensteig – Gleich unterhalb von St. Gangolf ziehen sich mediterran angehauchte Terrassengärten den Hang hinauf, mit seltenen Pflanzen und vielen Schmetterlingen.
  • Ideenhaus & Blauer Turm – Das bunte Künstlerviertel in der Eiergasse, untergebracht im Gebäude der ehemaligen Brauerei „Weiße Taube“ und von vielen schlicht „Hundertwasserhaus“ genannt. Originell gestaltet sind der „Blaue Turm“, die „Brennende Wand“, die „Mona Lisa“ und das „Kunst & Museum“ – ein fröhlich-schräger Kontrast zur historischen Altstadt.
  • Kirchen – Sehenswert sind die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und die Wallfahrtskirche St. Salvator.

💋 Kussweg

Hollfelds romantischste Adresse ist gerade einmal 120 Meter lang. Der Kussweg führt vom Bergschustertor außen an der alten Stadtmauer entlang, vorbei an Rosenhecken und altem Gemäuer. Eine Bürgerinitiative hat den verwunschenen Pfad 2015 wiederbelebt; heute laden ein kleiner Pavillon und Bänke zum Verweilen ein. Wer mag, stöbert in einem wetterfesten Bücherregal mit Geschichten rund um die Liebe oder wirft ein selbst geschriebenes Gedicht in den Briefkasten für Liebesbotschaften. Trotz der kurzen Strecke bleibt man hier meist länger als geplant.

📜 Geschichte

Schon die frühe Erwähnung im Jahr 1017 zeigt, wie alt die Siedlung ist; 1329 wurde Hollfeld zur Stadt erhoben. Wie die ganze Region blieb auch das Umland von Krieg und Fehde nicht verschont – die nahe Burg Krögelstein etwa wurde 1523 von Söldnern des Schwäbischen Bundes mit mehreren Tonnen Pulver gesprengt. Dass die Altstadt dennoch bis heute weitgehend geschlossen erhalten ist, macht einen guten Teil ihres Reizes aus.

🥾 Täler, Felsen & Ausflüge

  • Kainachtal & Kaiserbachtal – Zwei ruhige Täler treffen bei Hollfeld zusammen. Durch das breite Kainachtal verläuft ein beliebter Rad- und Wanderweg, das Kaiserbachtal lockt mit Felsen, Höhlen und Kletterrouten bis hinüber ins Felsendorf Krögelstein.
  • Schlösser der Umgebung – Schloss Wiesentfels, Schloss Freienfels und Schloss Kainach erinnern an die wehrhafte Vergangenheit; nach Wiesentfels führt die bis zu 400 Jahre alte Lindenallee, die „Wichtelallee“.
  • Uralter Bergahorn bei Fernreuth – Ein knorriger Baumveteran, dessen Alter auf rund 1.000 Jahre geschätzt wird.
  • Aufseß & Brauereienweg – Nur wenige Kilometer südlich liegt Aufseß, das mit der weltweit höchsten Brauereidichte und dem Brauereienweg lockt.

🎭 Kultur & Szene

  • KINTOPP – Das bürgerschaftlich getragene Kino läuft seit 2014 und zeigt, dass in der Kleinstadt mehr los ist, als man auf den ersten Blick vermutet.

💡 Tipp

Gangolfsturm, Terrassengärten und Kussweg liegen nur ein paar Schritte auseinander – ein kurzer Altstadtbummel verbindet die drei schönsten Ecken Hollfelds zu einem entspannten Nachmittag.