Ohne Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die kunstsinnige Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, gäbe es diesen Garten nicht. Zwischen 1744 und 1748 ließ sie rund um die mittelalterliche Burg Zwernitz einen der ungewöhnlichsten Gärten Europas anlegen: keinen gestutzten Barockgarten, sondern die wilde Felsenlandschaft des Fränkischen Jura selbst, nur behutsam ergänzt.
„Die Natur selbst war die Baumeisterin", schrieb Wilhelmine an ihren Bruder. Der Name entstand 1746, als eine Hofdame beim Anblick ausgerufen haben soll: „Ah, c'est sans pareil!" – „Das ist ohnegleichen!" Der Markgraf ließ den Ort daraufhin Sanspareil nennen. Im fränkischen ist von der sanften französischen Ausprache allerdings nichts zu hören.
🎭 Ruinentheater & Morgenländischer Bau
Herzstück ist das Felsentheater, eine Mischung aus Grotte und Ruine: Der Zuschauerraum liegt unter einem mächtigen natürlichen Felsbogen, Bühne und Kulissen sind aus Bruchstein gemauert. Erhalten sind außerdem der Morgenländische Bau mit seinem geschwungenen Dach und das alte Küchengebäude.
📖 Ein Garten wie ein Roman
Wilhelmine deutete die Felsen und Grotten nach einem französischen Bildungsroman als Stationen aus dem Leben Telemachs, des Sohnes von Odysseus. Namen wie Calypso-Grotte oder Mentor-Grotte erinnern bis heute an dieses literarische Programm.
🕒 Besuch
Der Felsengarten liegt bei Wonsees und ist frei zugänglich. Gleich daneben steht die Burg Zwernitz. Betreut wird die Anlage von der Bayerischen Schlösserverwaltung.