Die Eremitage ist das prächtigste Gartenensemble Bayreuths, und auch hier führt der Weg zu Markgräfin Wilhelmine. 1735 schenkte ihr Markgraf Friedrich die ältere Anlage; Wilhelmine begann sofort, sie zu ihrer Sommerresidenz auszubauen und nach ihren eigenen Ideen umzugestalten. Der Name ist Programm: Der Hof spielte hier Einsiedelei, mit Grotten und schlichten Klausen, bevor man sich zum Abendessen wieder in vergoldeten Sälen traf.
🏛️ Altes und Neues Schloss
Das Alte Schloss ließ sie prunkvoll einrichten, darunter das Japanische Kabinett und das chinesische Spiegelscherbenkabinett, in dem sie ihre berühmten Memoiren schrieb. Von 1749 bis 1753 entstand westlich davon das Neue Schloss mit dem Sonnentempel, dessen vergoldete Figur weithin glänzt, flankiert von zwei geschwungenen Arkadenflügeln, die als Orangerie dienten.
⛲ Wasserspiele
Rund um die Schlösser sprudeln zahlreiche Brunnen. Im großen Becken vor dem Neuen Schloss schießen zu jeder vollen Stunde Dutzende Fontänen in die Höhe, ein Schauspiel mit Götter- und Nymphenfiguren. Wer die Wasserspiele sehen will, sollte ein paar Minuten vor der vollen Stunde dort sein, lange dauern sie nicht.
🌳 Der Park
Die Eremitage verbindet streng barocke Partien mit einem locker gestalteten Landschaftspark und Bereichen, die bewusst verwildern durften, dazu Grotten, kleine Wasserfälle und Tempel. Man kann den Park in einer Stunde durchqueren oder einen halben Tag darin verbringen, beides fühlt sich richtig an.
🕒 Besuch
Der Park ist frei zugänglich und ganzjährig geöffnet. Die Innenräume der Schlösser lassen sich im Rahmen von Führungen der Bayerischen Schlösserverwaltung besichtigen, dafür wird Eintritt fällig. Die Wasserspiele laufen nur in der warmen Jahreszeit.
🚗 Anfahrt
Die Eremitage liegt am östlichen Stadtrand von Bayreuth und ist ausgeschildert; Parkplätze gibt es am Eingang. Aus der Innenstadt fährt eine Stadtbuslinie hinaus, zu Fuß ist es ein knapp einstündiger Spaziergang am Roten Main entlang.