Klettern wird hier groß geschrieben – so groß, dass der Kletterführer für die Routen gleich zwei Bände braucht. Das Frankenjura zählt zu den größten und beliebtesten Sportklettergebieten der Welt: Über tausend Felsen verstecken sich in den Wäldern und Tälern der Fränkischen Schweiz, dazu zehntausende Routen in jedem erdenklichen Schwierigkeitsgrad.
Der Fels ist lochreicher Jura-Dolomit – die Wege sind oft kurz, dafür steil, fingrig und knackig. Wer an einem schönen Wochenende durch die Täler fährt, sieht die Kletterer überall an den Wänden hängen.
🔴 Heimat des Rotpunkt
Das Frankenjura ist der Geburtsort des Rotpunktkletterns. 1975 begann der Nürnberger Kurt Albert, Routen, die er ohne Sturz und ohne künstliche Hilfe nur an natürlichen Griffen durchstieg, mit einem roten Punkt am Wandfuß zu markieren – daraus wurde der weltweit gebräuchliche Begriff des freien Kletterns. Sein Weggefährte Wolfgang Güllich setzte die Maßstäbe noch höher: 1991 gelang ihm am Waldkopf im Krottenseer Forst die „Action Directe“, die erste Route im elften Grad (XI / 9a) – bis heute eine der berühmtesten Kletterrouten der Welt.
🧗 Felsklettern
Geklettert wird fast ausschließlich im Vorstieg an gut sanierten Routen, sauber im Rotpunkt-Stil. Vom genussvollen vierten Grad bis in die extremsten Schwierigkeiten ist alles dabei – vom Einsteiger bis zur Weltklasse findet hier jeder seine Linie. Wer ortskundige Begleitung sucht, bucht am besten einen der örtlichen Bergführer oder eine Kletterschule.
🪢 Klettersteige
Auch ohne eigenes Kletterseil kommt man hoch hinaus. Die bekanntesten Steige liegen im Hirschbachtal im Süden des Frankenjura:
- Höhenglücksteig – Einer der schönsten und anspruchsvollsten Klettersteige nördlich der Alpen, in drei Teile gegliedert. Schwierige Passagen lassen sich umgehen, sodass Anfänger und Geübte gemeinsam unterwegs sein können.
- Norissteig – Eine abwechslungsreiche Mischung aus Wandern und Klettern, nicht durchgehend mit Drahtseil gesichert; ideal für Familien, da sich alle Kletterstellen umgehen lassen.
Beide Steige lassen sich gut zu einer Tour verbinden. Klettersteigset und Helm sind Pflicht.
🌧️ Bei schlechtem Wetter
Wenn der Fels nass ist, muss man nicht zu Hause bleiben: In der Umgebung gibt es mehrere Indoor-Kletter- und Boulderhallen (Betzenstein, Forchheim, Bayreuth und Bamberg). Die Adressen stehen auf der Seite Aktivitäten unter „Indoor“.
⚠️ Rücksicht am Fels
Viele Felsen sind Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. Während der Brutzeit von Wanderfalke und Uhu sind einzelne Wände gesperrt – diese Sperrungen bitte unbedingt beachten. Um die Pflege der Gebiete und die Abstimmung mit dem Naturschutz kümmert sich die IG Klettern Frankenjura.